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  Vorgespräch im Cafe Emotion im Juni ´26


Ein Dialog zwischen der New York City Street Photography von Stefanie Werner und
der Stencil Art von Cutwork Orange / Daniel Gjoka.


Stefanie Werner, eine New Yorker Fotografin und Architektin mit Emmendinger Wurzeln,
suchte in Emmendingen nach einer Ausstellungsmöglichkeit zum Gedenken an ihre
verstorbene Mutter. Als Günther Hoffman, den Streetart-Künstler Cutwork Orange /
Daniel Gjoka, ansprach, ob er Interesse an einer gemeinsamen Ausstellung im
Emmendinger “Café Emotion“ hätte, schlug dieserer sofort vor, sie als einen Dialog zu
gestalten.


Beide Künstler ließen sich gegenseitig durch die Arbeiten des jeweils anderen
inspirieren, um etwas Neues entstehen zu lassen. Street art meets street photography.


Breisgau trifft New York City.


Für Daniel, alias Orange, galt es, einige von Stefanies Fotografien mithilfe seiner
Stencil-Art neu zu interpretieren. Er bearbeitet die Fotos am Computer und erstellt
Schablonen. Diese werden dann übereinander als Schichten gesprüht. Es entsteht eine
Geschichte, die Orange mit seiner Kunst erzählt. Diese Herangehensweise war eine
Inspiration für Stefanie Werner, die Stadt neu zu sehen und durch ihre Stadt- und
Straßenfotografie die Vielfalt der sich überlagernden Schichten aufzudecken.


Stefanie Werner mit ihren eigenen Worten: “Ähnlich wie Oranges Bilder durch das
Schichten und Überlagern von Farben, Fotos, Schablonen und den verschiedensten
Oberflächen zum Leben erwachen, ist New York eine geschichtete Stadt. Sie ist
geprägt vom stetigen Zustrom neuer Einwanderer – aus anderen Ländern oder aus
anderen Teilen der USA. Die Stadt absorbiert den Fluss der Veränderungen in ihr
weltoffenes urbanes Gefüge. Der ständige Wechsel ist Teil ihrer Identität, die in ihrer
gebauten Wirklichkeit ihren Ausdruck findet.


Es gibt kaum eine einheitliche Dachlinie. Gebäudehöhen variieren extrem. Gebäude
springen oftmals vor und zurück. Unterschiedliche Wassertürme und Dachaufbauten
schaffen eine eigene Stadtlandschaft, die man nicht immer von der Straße aus sehen
kann. Brachflächen und Parkplätze reihen sich zwischen Häuserzeilen ein und geben
den Blick auf unerwartete Ansichten frei. Gepflegte und ungepflegte Grünflächen und
Parks gehören genauso zum Stadtbild wie die berühmten Häuserchluchten. Gerade in
diesen unvollendeten Stadträumen kann Neues schnell entstehen. Diese Stadt erfindet
sich immer wieder neu. Graffiti-Kunst und Street Art sind untrennbar mit der Kultur New
Yorks verbunden. Die Straßen und Gebäude New Yorks sind eine Leinwand, auf der
sich ständig verändernde kulturelle und soziale Ausdrucksformen verwirklichen.


Als Architektin und Fotografin interessieren mich besonders die verschiedenen Formen
und Muster, die durch diese Schichten entstehen: Schichten aus Gebäuden, mit
unterschiedlichsten Baumaterialien, Formen und Höhen; Schichten aus Licht und
Schatten; Schichten der Bewegung von Autos und Menschen. Soziale Schichten, die
sich in der Kleidung und im Verhalten widerspiegeln. Dazu kommen Schichten des
Verfalls, abgerissene Plakate, Baustellen und Hinterhöfe, die sich täglich verändern und
die Stadt in Bewegung halten. Spiegelbilder und Lichtreflexionen auf und von
Gebäuden werden zu einer eigenen Kunstinstallation.


Ich hoffe, dass es mir mit dieser Ausstellung, mit nur wenigen Bildern, gelingt, die
enorme Komplexität und Vielfalt meiner Wahlheimat anzudeuten.

 

Daniel Gjokas Gedanken zu dieser Ausstellung:

"Zuerst war ich etwas erstaunt. Die Komponenten, jedoch dies miteinander zu verknüpfen

galt. Es war doch sehr verlockend. Architektin, Fotografin, New York. 3 Faktoren bei denen ich

definitiv nicht nein sagen konnte und wollte und durfte. Meine Arbeiten entstehen aus Fotografien.

Sie beginnen meistens mit einer Fotografie. Die Idee zu dieser Ausstellung war im Endeffekt eine 

Schlussfogerung. Sie war schon in meinem Kopf, in meinen Gedanken, als Günther Hoffmann noch am

Telefon mit mir sprach. Ich mußte dann sagen, "Günther alles geschwätzt, so sieht`s aus."

So macht man das Ergebnis, seht her, ich bin sehr gespannt, ich habe mich neu erfunden.

Neu gedacht, ich hätte noch viel mehr machen können. Aber jetzt ist erst mal genug.

 

Auch das erste Treffen mit Stefanie Werner hat mich sehr bewegt und berührt, das haben wir gleich

festgestellt. Da denkt die andere unbekannte Person gleich auf einer gleichen Ebene. Mit gleichen Ideen.

Zu fotografieren, wie man eine Szene fotografiert, oder gerade warum man dieses Bild toll findet?

Einsichten, die anderen Betrachtern oftmals verborgen bleiben."

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